25.03.2015 von Daniel Tran

MentoringSeit März 2014 stehen den TeilnehmerInnen des Startup Camps durch das INiTS-MentorInnen-Programm erfahrene Persönlichkeiten zur Seite.

Bei Homer ist Mentor ein Freund des Odysseus und Beschützer von dessen Sohn Telemach. Während der Irrfahrten des Odysseus nahm die Göttin Athene immer wieder die Gestalt Mentors an, um über Telemach zu wachen und ihm Ratschläge zu geben. Auf dieser Figur der griechische Mythologie basiert auch die heutige Bedeutung: Eine Mentorin oder ein Mentor sind erfahrene RatgeberInnen, die mit ihrem persönlichen und beruflichen Wissen unerfahrenere Personen in ihrer Entwicklung fördern und unterstützen.

Neu im Angebot

So spielten MentorInnen im INiTS-Beratungsprozess von Beginn an eine wichtige Rolle, jetzt haben sie ihr eigenes Programm, das im Rahmen des neuen, drei Monate dauernden Startup Camps läuft, das im März 2014 startete. Zusätzlich zu den Workshops und BeraterInnenstunden können sich die teilnehmenden Teams für eine/n oder mehrere MentorInnen entscheiden. „Wir konnten viele erfahrene Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Alumni aus dem INiTS-Netzwerk gewinnen, die den Startups mit ihrem Know-how zur Verfügung stehen“, sagt Elisabeth Heiserer, Startup Consultant und Programm-Hauptverantwortliche. Das Minimum an Beratungs- und Gesprächszeit ist eine Stunde pro Monat. Eine weiterführende Zusammenarbeit kann natürlich individuell vereinbart werden.

Damit MentorInnen und Mentees zusammen finden, organisiert INiTS unter anderem zu Beginn jedes Camps ein Matching-Event. Während dieser Veranstaltungen stellen sich sowohl die ProgrammteilnehmerInnen als auch die MentorInnen vor. „So findet man heraus, wo sowohl das Fachwissen als auch die Chemie stimmen“, erklärt Heiserer. Das Programm versteht sich auch als ein Schritt, im internationalen Vergleich in Sachen Mentoring in der Startup-Szene – vor allem gegenüber den USA – weiter aufzuholen. „Hier gibt es in Mitteleuropa und in Österreich noch Nachholbedarf. Wir sind aber auf einem guten Weg, die Mentorinnen und Mentoren in diesem Bereich werden mehr,“ sagt der international vernetzte Unternehmer und INiTS-Mentor Ibrahim Imam.

Mentoring

Mentoring Speed-Dating im Rahmen des Startup Camps

Nicht anschaffen, sondern zuhören

Die Mentorin oder der Mentor unterstützen ihre Mentees vor allem mit persönlichen (Lebens-)Erfahrungen. Sie nehmen keine Entscheidungen ab, sondern geben Anleitungen und fungieren als SparringpartnerIn. „Das genaue Zuhören ist ganz besonders wichtig. So finden die RatgeberInnen die Bereiche heraus, in denen Unterstützungsbedarf besteht“, so Elisabeth Heiserer und erklärt weiter: „Alle unsere MentorInnen haben zwei Dinge gemeinsam: die Leidenschaft für Startups und diesen besonderen Unternehmergeist. Und sie sind bereit, ihre Erfahrungen mit den GründerInnen zu teilen.“

Einen Benefit bringt das Programm nicht nur für die Protegés, auch die Beratenden bekommen neue, interessante Einblicke. Für Mentor Bernhard Weidinger ist es interessant zu sehen, „wie die jungen Leute an Unternehmensgründungen heran gehen. Ich bewundere ihre Ausdauer und ihren Enthusiasmus.“ Aus der MentorInnenschaft kann in weiterer Folge auch eine geschäftliche Partnerschaft, zum Beispiel in Form einer Beteiligung, entstehen.

Drei Mentoren stellen sich vor

Unternehmensberater Bernhard Weidinger ist also einer dieser Zuhörer im großen INiTS-Pool. Seine Erfahrungsschwerpunkte nach über 25 Jahren als Unternehmer liegen in den Bereichen Strategieentwicklung, Prozess- und Projektmanagement. Für Weidinger, der in einem seiner eigenen Unternehmen ein Mentoringprogramm aufgebaut und damit gute Erfahrungen gemacht hat, steht der Mentor im Gegensatz zum Management: „Es geht um Kümmern ohne Führungsanspruch.“ Er, der in Summe 13 Unternehmen gegründet hat, kann „die Startphase sehr gut nachvollziehen und viele Tipps geben.“ Beim Knüpfen von Kontakten will der Berater vor allem im fachlichen Bereich – zum Beispiel zu guten FirmenanwältInnen und unkompliziert arbeitenden SteuerberaterInnen – behilflich sein. Auch Marketing, PR und Finanzierung sind wichtige Themen. „Es ist in der Mentorenrolle eher diese fachliche Ausrichtung und Kontaktfähigkeit gefragt als der Branchenhintergrund. Das erwarten die Startups meiner Erfahrung nach auch gar nicht.“

Gut Ding braucht Weile

Peter Lehner ist Vorstand von Ontec Software Solutions, Gründer und Investor mit dreißigjähriger Berufserfahrung und Entrepreneur aus Leidenschaft. Er sieht seine wichtigste Aufgabe als Mentor darin, „Möglichkeiten und Wege aufzeigen, Ideen zu liefern und kritisch zu hinterfragen.“ Die Entscheidungen selbst sollten aber immer aus dem Unternehmen heraus kommen. Lehner spricht dabei aus eigener Erfahrung: „Ich hatte auch einen Mentor, der für mich „beim Sprung ins kalte Wasser“ sehr hilfreich und wichtig war.“ In seiner neuen Funktion als INiTS-Mentor steht der Unternehmer mit IT-Fokus den Startups mit seiner Erfahrung und seinem großen Netzwerk an EntscheidungsträgerInnen zur Seite und hilft, „Dinge zu erkennen, die man sonst nicht so leicht sieht.“ Seine wichtigsten Hintergründe sieht Lehner in vertrieblichen und organisatorischen Aspekten, die den Aufbau eines Unternehmens und die erfolgreiche Umsetzung des Betriebs betreffen. Denn erfahrungsgemäß irren JungunternehmerInnen am häufigsten in der Einschätzung des Marktes: „Die meisten – mich eingeschlossen – glauben immer, das alles viel schneller geht.“

Beide Seiten bringen sich ein

Ibrahim Imam, heute ICT Entrepreneur und INiTS-Alumni, wurde 2005 gemeinsam mit Geschäftspartner Sander van de Rijdt mit dem Unternehmen Negpoint (Informationstechnologie und –Dienste) in den Inkubator aufgenommen. Seit Anfang 2014 fungiert er – ebenso wie van de Rijdt – als Mentor und ist seit dem ersten Match Making mit einem GründerInnen-Team bereits in intensivem Kontakt. Mentoring definiert sich für Imam darüber, „was beide Seiten wollen“. Für den Wirtschaftsinformatiker spielt es eine wichtige Rolle, die Startups in Hoch- und Tiefphasen zu begleiten und sie im Weitermachen zu bestärken. Noch eine Aufgabe für die BeraterInnen ist es, dabei zu helfen, die Betriebsblindheit – die oft schon in frühen Phasen um sich greift – abzulegen. Ibrahim Imam hat im Laufe seiner beruflichen Entwicklung viel gelernt, ist „selbst im Kleinen und Großen des öfteren auf die Nase gefallen“ und gibt die Learnings daraus nun gerne weiter. Zusätzlich punktet Imam bei seinen „Schützlingen“ mit internationalen Kontakten in Sachen IT und eigenen sowie Partner-Firmen im Ausland, zum Beispiel in Ägypten oder den USA.

Sie finden hier einen Überblick über unsere Mentorinnen und Mentoren

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