17.12.2013 von Daniel Tran

(c)Teresa Arrieta

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Die Gynäkologin DDr.in Marion Noe hat als erste Forscherin ein Medikament gegen chronische Scheidenpilzinfektionen entwickelt – und geht damit völlig neue Wege in der Pharmaforschung. Ziel ihres Start-ups ProFem ist die Entwicklung eines wirksamen Medikaments zur Linderung der besonders schmerzhaften Symptome dieser Infektion, unter denen Patientinnen bis zu zehn Tage pro Monat leiden – derzeit ohne Heilungsperspektive. Im INiTS-Interview erzählt die Unternehmerin an welchen Therapiekonzepten sie arbeitet, über vernachlässigte Indikationsgebiete in der Pharmaforschung und über die nächsten Schritte für das Therapeutikum Candiplus (Prof-001).

Dein Produkt Candiplus ist nur eines der Produkte aus einer Palette für spezifische Frauenkrankheiten. Welche Medikamente gegen Frauenleiden willst du noch in das Portfolio von ProFem aufnehmen?

Neben Pilzinfektionen sind auch chronische bakterielle Vaginalinfektionen und chronische Blaseninfektionen ein großes Problem in der Frauenheilkunde. Auch für diese Erkrankungen arbeiten wir schon an neuen Medikamenten und verbesserten Therapiekonzepten. Im Sinne unseres Firmenkonzeptes, verbesserte Behandlungsmöglichkeiten für häufige, aber zu wenig beachtete Frauenkrankheiten zu suchen, haben wir darüber hinaus den Themenbereich überaktive Blase/Dranginkontinenz ins Auge gefasst. Dieses Gebiet soll ein weiterer Schwerpunkt der ProFem neben Infektionskrankheiten werden. Auch hier gibt es eine sehr große Anzahl Betroffener und gleichzeitig wenig befriedigende Therapieansätze.

Warum gibt es so wenige innovative Therapieansätze in diesem medizinischen Bereich, obwohl doch so ein hoher therapeutischer Bedarf besteht?

Anscheinend werden in der Pharmaforschung immer wieder in einer fast dogmatischen Art Themenschwerpunkte formuliert, die dann auch von den „Großen“ gleichermaßen „lemmingartig“ beforscht werden. Dies gilt zum Beispiel nicht zuletzt auch für die bis vor kurzem als „game changing“ erachteten gentherapeutischen Ansätze. Getrieben durch die Markteinschätzung, waren in den letzten Jahrzehnten vor allem Onkologie, Herz-Kreislauf und psychische Erkrankungen die großen therapeutischen Schwerpunkte, in der Regel auf der Suche nach einem „blockbuster“ mit neuem Wirkmechanismus. Daher gibt es in der Medizin viele vernachlässigte Indikationsgebiete. Wenn eine Krankheit nur „lästig“ ist, reicht das in der Regel noch nicht, um eine große Attraktivität als Forschungsthema zu erzeugen. In der Frauenheilkunde könnte auch der Umstand eine Rolle spielen, dass die Leiden der Betroffenen von den meist männlichen Entscheidungsträgern häufig stark unterschätzt werden.

Die Phase-1-Studie des Therapeutikums Candiplus (Prof-001) hat begonnen. Was sind darauf folgend die nächsten Schritte?

Wir arbeiten gerade den weiteren Entwicklungsplan im Detail aus, um diesen auch mit der Behörde abzustimmen. Parallel arbeiten wir an der pharmazeutischen Entwicklung des Präparates weiter und bereiten die klinische Studie der Phase II (clinical proof of concept, Dosisfindung/-optimierung) vor, die wir dann im nächsten Jahr durchführen möchten.

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