10.12.2013 von Daniel Tran

Marion Noe Profem

(c)Noe

Das Wiener Unternehmen ProFem GmbH gab heute den Start der Phase-1-Studie ihres Therapeutikums Candiplus (Prof-001) bekannt, das die Heilung von chronischem Scheidenpilz ermöglichen soll. Diese Pilzinfektion stellt eine bei Frauen weitverbreitete Infektionserkrankung dar. Drei Viertel aller Frauen sind sporadisch betroffen, 5–10 % sind sogar chronisch infiziert. Für die chronische Form der Erkrankung sind insbesondere auch spezielle Wuchsformen der Pilzkolonien, die Biofilme, verantwortlich. Genau diese bekämpft das neue Therapeutikum von ProFem und greift dabei auf einen innovativen Wirkmechanismus zurück.

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Biofilme sind Ansammlungen von Mikroorganismen, die sich sowohl aneinander als auch an eine Oberfläche haften und zusätzlich mit einer schützenden Polymermatrix umgeben sind. Diese Wuchsform schützt die Krankheitserreger vor feindlichen Umwelteinflüssen – und damit auch vor dem effektiven Einsatz von Medikamenten. Dazu wie man diesen Krankheitserregern dennoch begegnen kann, meint DDr. Marion Noe, CEO von ProFem: „Die Haftung der Mikroorganismen untereinander und an einer Oberfläche ist der Schlüssel zur Bekämpfung eines solchen Biofilms. Daher greift Candiplus genau dort an. Es blockiert die Haftmechanismen der einzelnen Pilzzellen. Damit lockert es den Biofilm auf und macht die Pilze einem ebenfalls im Therapeutikum enthaltenen Antimykotikum – also einem Wirkstoff gegen Pilze – zugänglich.“ ProFem kombiniert dazu in Candiplus einen bereits zugelassenen Wirkstoff mit einem etablierten Antimykotikum. Die Sicherheit und Verträglichkeit dieser Kombination wird nun in einer Phase-1-Studie am AKH Wien, Institut für klinische Pharmakologie, mit geplanten 25 Probandinnen untersucht.

Markt für Mykotikum

Die Entwicklung dieser neuartigen Wirkstoffkombination wurde dabei auch von der INiTS Universitäres Gründerservice Wien GmbH mit begleitet. Dazu die Geschäftsführerin des INiTS, Dr. Irene Fialka: „Die Idee der Kombination dieser beiden Wirkstoffe bietet eine große Chance: Das Gesamtmarktvolumen für Antimykotika beträgt derzeit etwa elf Milliarden US-Dollar, wovon allein drei Milliarden auf vaginale Pilzinfektionen entfallen. Dieser Markt steht ProFem offen, wenn Candiplus alle regulatorischen Auflagen erfüllt. Zusätzlich entwickeln wir gemeinsam mit ProFem gleichzeitig eine effiziente Strategie, um diese Innovation zukünftig auch für weitere Indikationen anbieten zu können.“ Denn tatsächlich sind Biofilme nicht nur bei Scheideninfektionen maßgeblich am Krankheitsverlauf beteiligt, wie DDr. Noe erläutert: „Bei bestimmten Begleiterkrankungen von Chemotherapien oder HIV-Infektionen, bei der Reizblase und bei etlichen anderen Erkrankungen spielen Biofilme ebenfalls eine zum Teil noch nicht genau geklärte Rolle. Das therapeutische Grundkonzept von Candiplus bietet also auch zur Behandlung dieser Probleme einen vielversprechenden Behandlungsansatz.“

Über ProFem

(Stand Dezember 2013): Die Gründer der Firma ProFem GmbH befassen sich seit 2006 mit der Entwicklung neuer Medikamente für spezifische Frauenkrankheiten. ProFem konzentriert sich damit auf einen medizinischen Bereich, für den ein auffälliger Mangel an innovativen Therapieansätzen bei gleichzeitig hohem therapeutischem Bedarf besteht. Das erste Zielgebiet sind therapieresistente chronische Infektionen im Urogenitalbereich. Das 2012 gegründete Unternehmen hat seinen Firmensitz in Wien und wird seit 2010 von INiTS unterstützt.

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